"Ein kleines stück heimat auch hier vor ort"

Die Kurden – eine Begegnung mit dieser Volksgruppe wurde Leitthema des Bürgergesprächs zur Heimatfindung nach der Flucht, das am 10. April ältere Ratinger mit geflüchteten Kurden aus Syrien im städtischen Seniorentreff Ratingen-Süd zusammenbrachte.

 

Wer wusste schon, dass die Kurden eines der ältesten Kulturvölker und gleichzeitig die größte Minderheit der Welt sind, die keinen Staat haben? Diese und andere Fakten zu dieser besonderen Volksgruppe standen am Beginn des Bürgergesprächs. So kam etwa auch heraus, dass gerade die geostrategische Lage der Kurdengebiete ihre Bevölkerung zwischen regionalen Mächten und auch weltpolitischen Akteuren aufreibt, denn auf dem Kurdengebiet befinden sich viele Öl- und Wasserquellen. Dies wusste auch der IS – und die Terrormiliz trieb die Eroberung von weiten Landstrichen der ressourcenreichen Kurdengebiete entsprechend voran. Eine Vielzahl kurdischer Syrer und Iraker flüchteten – so auch die Familie Mohammed, die mit vier Mitgliedern und einem Freund am Gespräch teilnahm und rege über ihre Heimatfindung in Deutschland berichten konnte. In der Summe war das Fazit positiv: Man sei sehr freundlich von deutschen Mitbürgern aufgenommen worden. Gerüche und Feiertage vermisse man – habe aber aufgrund der kurdischen Vernetzung in Deutschland ein kleines Stück Heimat auch hier vor Ort. Eine wichtige Parallele zu den ehemals aus den deutschen Ostgebieten Geflohenen? Dass man keinen Staat habe. Und dass es sehr unsicher sei, ob man je in die Heimat zurückkehren könne.

 

Das Team der Deutschen Gesellschaft e.V. dankt herzlich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Bürgergesprächs und insbesondere Frau Liebgesell des städtischen Seniorentreffs Ratingen-Süd für die Unterstützung und Umsetzung der Veranstaltung

 

Foto © Bildungswerk Nordrhein-Westfalen der deutschen Gesellschaft e.V.