„Bürokratie ist das größte Hindernis für die Integration“

Das Bürgergespräch in der Begegnungsstätte Ratingen-Ost fand unter reger Beteiligung von Senioren/innen des Stadtviertels statt. Dank der Leiterin der Begegnungsstätte, Frau Enders, und Assistentin Frau Meermann wurde eine Atmosphäre des Willkommens geschaffen. Die einfühlsame Moderation der Journalistin Ina Daniel und das Beiwohnen von Monique Ridder vom Verein Integration durch Mediation aus Mülheim flankierten dies perfekt.

Firas Al Senahwi und Midia Mohammad aus Syrien wurden von den älteren Menschen aus Ratingen Ost herzlich in den Dialog einbezogen – und konnten gemeinsam mit ihnen einiges an Parallelen bei der Heimatfindung ausmachen. „Wenn man auf offene Menschen stößt, dann ist die Heimatfindung relativ einfach“, so Midia Mohammad. „Ich habe diese Offenheit hier in Ratingen erfahren dürfen. Das hat mir unheimlich geholfen.“ Als große Hemmschwelle, die in der Nachkriegszeit noch nicht derart ausgeprägt war, wird die Bürokratie angesehen. So wartet Firas Al Senahwi etwa seit über zwei Jahren immer noch auf einen Bescheid über seinen Aufenthaltsstatus. „Das ist sehr frustrierend“, so der Syrer, der als Druse zu einer Minderheit in Syrien gehört. „Ich war hoch motiviert, will studieren und arbeiten, aber all das geht ohne die Klärung der Papiere natürlich nicht.“ Von Seiten der Senioren wurden die fortgeschrittenen Sprachkenntnisse der Syrer gelobt, da diese Schlüssel für die Integration seien. Dies machte beiden Mut – nach vorn zu schauen und die neue Heimat mit allen Ecken und Kanten anzunehmen.

Das Team des Bildungswerks NRW der Deutschen Gesellschaft e.V. dankt dem städtischen Seniorentreff Ratingen-Ost und insbesondere Angelika Enders für die Aufnahme sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmerin der Runde. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern gefördert.

Bilder:  © Bildungswerk Nordrhein-Westfalen der deutschen Gesellschaft e.V.