„Ohne Sprache ist alles nichts“

Großes Wiedersehen im Städtischen Seniorentreff Ratingen-Mitte. Hier, wo bereits das aller erste Bürgergespräch stattfand, traf man auf einige bekannte Gesichter. In lockerer Runde kam man am 15.03 in Kooperation mit der AWO Ratingen "Weiße Villa" zusammen. Die Teilnehmenden weisen eine große Beteiligung und Neugier auf, wenn es darum geht etwas über die aktuelle Situation der syrischen Geflüchteten zu erfahren. Nicht nur das Thema Heimat, welches als das große Leitthema über den Bürgergesprächen schwebt, kommt zur Sprache. Vor allen Dingen thematisiert man – oftmals mit großem Unverständnis – auch die bürokratischen Hürden, die eine Integration behindern.

Auch das Thema Sprache steht erneut merklich im Fokus. Was diese betrifft herrscht Einigkeit bei den Teilnehmenden: Sprache ist der Schlüssel für eine gelungene Integration. Hier berichten die beiden Geflüchteten Firas und Midia über ihre bisherige Entwicklung sowie ihre Fortschritte.

„Ohne Sprache ist alles nichts“ resümiert eine der Teilnehmenden. Diese fast schon philosophisch klingende Aussage, wird sicher auf Begeisterung bei Firas gestoßen haben. Denn er erzählt von seiner Faszination für deutsche Philosophen und für die Kultur allgemein. Gemeinsam mit Freunden Musik zu machen hilft ihm ebenso dabei, die Sprache zu erlernen, wie es für Midia der Einblick in das Berufsleben ist. Sie schildert ihre aktuelle Erfahrung, die sie im Rahmen eines Praktikums als Zahnarzthelferin macht. Sprache ist das wichtigste, um sich in seiner neuen Heimat einfinden zu können. Hier empfinden die Teilnehmenden, die auch ihre Fluchterfahrungen in der deutschen Vergangenheit erwähnen, einen großen Vorteil besessen zu haben, da sie die Sprache in ihrem neuen Umfeld bereits beherrscht haben. Plattdeutsch beispielweise sprachen sowohl die Einwohner der pommerischen Gebiete als auch jene in Schleswig-Holstein. Sodass die Umstellung leichter gelingen sollte, da das bindende Element die Sprache bereits gegeben war. Dennoch wissen beide Seiten auch wie sich Ausgrenzung anfühlt. Integration ohne Offenheit kann allerdings nicht gelingen und so auch die Heimatfindung nicht.

Darum ging es abschließend. Wieder versuchte man diesen durchaus diffusen Heimatbegriff mit Inhalt zu füllen. „Heimat ist für jeden etwas anderes.“ ist die eine Erkenntnis, die man erlangt, andererseits herrscht Einigkeit darin, dass Heimat dort ist, wo man sich wohlfühlt. Allgemeingültig und unabhängig ob von den Fluchterfahrungen im Nachkriegsdeutschland oder jenen aus Syrien gesprochen wird.

Das Team der Deutschen Gesellschaft e.V. dankt herzlich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des

Bürgergesprächs und insbesondere dem Städtischen Seniorentreff Ratingen-Mitte sowie der AWO Ratingen "Weiße Villa" für die Unterstützung und Umsetzung der Veranstaltung.

Fotos © Bildungswerk Nordrhein-Westfalen der deutschen Gesellschaft e.V.