Arbeit ist ein Schlüssel zur Integration

Auch im Jahr 2017 werden die durch das Bundesministerium des Innern geförderten Ratinger Bürgergespräche durch das Bildungswerk Nordrhein-Westfalen der Deutschen Gesellschaft e. V. weitergeführt. In der Begegnungsstätte Ratingen West traten so Mitte Januar syrische Flüchtlinge in den Dia-log mit älteren Ratingern – auch denjenigen, die aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten stammen und so selbst Fluchterfahrung haben.

Ein herzlicher Austausch unter der Moderation der Journalistin Ina Daniel und Mitwirkung des mediationserfahrenen Coaches Dr. Michael Gehle brachte in dieser Debatte vor allem die Relevanz der Arbeit für die Integration hervor: Für die aus Syrien Geflüchteten tun sich hier vor allem Hindernisse bei der Anerkennung von Leistungen aus Ausbildung und Beruf auf. Aber auch das Schließen von Freund- und Bekanntschaften in der Aufnahmegesellschaft stellt sich offenbar schwieriger dar als gedacht. „Ich freue mich, bald arbeiten zu dürfen, denn vermutlich ist hier der Job der Schlüssel“, so Lina Alsayah, die vor zwei Jahren aus Aleppo ins Rheinland kam. „Wenn der Job da ist, kommen bestimmt auch die Bekanntschaften“, pflichtet Firas Al Senaweh ihr bei, der mit der großen Flüchtlingswelle im Sommer 2015 Schutz suchte und durch eine Deutsch-Arabische Tandem-Sprachpartnerschaft bereits gute Kontakte aufbauen konnte.

Auch dank der Lebensweisheit der älteren Generation endete das erste Bürgergespräch im neuen Jahr mit dem Konsens, dass Heimatfindung auch im Arbeits-leben Zeit braucht, denn oft muss man hier zunächst in Bereichen tätig werden, die nicht zur Kernkompetenz gehören – dies sei in der Nachkriegszeit ähnlich gewesen. Mit einer positiven und offenen Grundein-stellung gegenüber dem, was die neue Heimat jedem einzelnen bietet, sei dies jedoch mit Sicherheit besser zu bewältigen, rieten die älteren Rheinländer den neuen Nachbarn.

Wir bedanken uns herzlich allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen und insbesondere bei dem Team des städtischen Seniorentreffs Ratingen-West und deren Leiterin Bernhild Kniep.


Bild 1: Firas Al Senaweh (l.) im Gespräch mit Roland Frey (r.) vom Freundeskreis der Begegnungsstätte Ratingen West

Bilder: © Bildungswerk Nordrhein-Westfalen der Deutschen Gesellschaft e.V.